| Harz die Zweite |
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| Geschrieben von Torsten | |
| Freitag, 08 September 2006 | |
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Seite 1 von 2 Nach unserer Fahrt in den Harz vor ein paar Wochen, ging es gestern noch einmal in die Richtung. Zwar haben die Eltern meiner Freundin und ich den Ausblick vom Brocken schon genossen, nur leider meine Freundin noch nicht. Nachdem wir letztes Mal leider nicht dazu gekommen waren, haben wir dies gestern zu Ende gebracht. Mit aufgeladener Digitalkamera und dem Kaffee im Rucksack ging es los. So ging es also um 9.00 Uhr los. Nur diesmal bin ich mit dem Auto meiner zukünftigen Schwiegereltern gefahren. Nach zwei Stunden und einmal abwürgen des Motors (der erste Gang hat bei dem Fahrzeug so seine Eigenheiten), waren wir in Schierke angekommen. Der erste Parkplatz war überfüllt und selbst nach 3 Runden, fanden wir keine freie Parklücke. Also sind wir in den Ort hineingefahren und haben auch eine Stellfläche mit einem Parkscheinautomaten gefunden.
Ausgerüstet mit Getränken (Wasser, Kaffee) und Essen (Baguettes und Kuchen) wanderten wir diesmal in Ruhe und ohne Hast zum Bahnhof Schierke (ca. 1Km). Wir wählten aber die Bahnhofstrasse direkt dorthin und nicht wie letztes Mal, den Wanderweg. Auf dem Bahnhof bot sich das gleiche Bild, wie auf dem Parkplatz. Riesige Gruppen. Familien, Senioren, Nordic Walker, es war alles dabei. Ich sicherte mir mit dem Vater meiner Freundin eine Bank (immerhin hatten wir ja auch die Rücksäcke zu schleppen) und die beiden Damen besorgten die Fahrkarten. Für eine halbe Stunde Fahrt (nur eine Station, da das Ziel schon die Endstelle war) ohne Rückfahrt waren es stolze 16,- Euro pro Person. Als meine Freundin mit den Karten zurück kam, hatte sie ein wütendes Gesicht. Die Verkäuferin hatte in einer überaus unfreundlichen Art mitgeteilt das sie nicht wechseln könnte. Obwohl nach der Option der Kartenzahlung gefragt wurde, erfolgte die wohl erfolgreich internalisierte Aktion des Ignorierens. Obwohl die beiden am der Reihe waren, sollten sie nochmal warten. Um einen Gehörschaden auszuschließen, fragte meine Freundin erneut energischer nach der Möglichkeit der Kartenzahlung und siehe da, auf einmal ging es. Was es zum Thema Freundlichkeit des Services im Tourismusbereich Harz weiter zu berichten gibt, folgt später!
Wir hatten noch eine knappe halbe Stunde Zeit, als ein anderer Zug eintraf und eine weitere Ladung Fahrgäste für unsere Fahrt entlud. Irgendwo gab es wohl kleine Schnapsgläser mit Henkel zu kaufen, da viele der aussteigenden Fahrgäste, diese um den Hals an einem auffälligen blau-weißen Band trugen. Da sich das Durchschnittsalter dieser Gruppe schon im Seniorenbereich bewegte, wunderte ich mich nicht über ein Bild das mich doch schmunzeln lies. Zwei ältere Herren gingen wie die Herren Direktoren über den Bahnsteig und ich hörte nur den Satz "Das hast du nicht zu entscheiden. Sonst wärst du nicht zum zweiten, sondern zum ersten Stellvertreter gewählt worden." Ich dachte mir nur so meinen Teil, um welche hochtrabenden Vereinsangelegenheiten sich handeln mußte. Es war einfach das Gesamtbild was ein wenig kurios herüber kam. Aber egal. Wir machten unterdessen unsere erste Kaffeepause auf dem Bahnsteig. Da wir alle Kaffeetrinker sind, fehlte natürlich nichts. Becher, Löffel, Kondensmilch, Süßstoff... es war alles vorhanden.
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Dann kam unser Zug. Nachdem die Insassen ausgestiegen waren, drängte sich die Masse in den Zug und ich hatte ein Bild in dem Kopf, wie der Zug wegen der Überfüllung platzen würde. Dieser Moment in Gedanken reichte, daß sich zwischen meine Gruppe und mir mindestens eine Familie mit Kindern gequetscht hatte. Immerhin schaffte ich es, mich noch in den Waggon zu bewegen. Es gab trotzdem noch Viele, die draußen stehen mußten. Ich war froh darüber innerhalb einen Stehplatz zu haben, als ich sah wie die Leute draußen beim Anfahren der Lock eingeräuchert wurden. Die Eltern meiner Freundin hatte einen Sitzplatz erwischt und auch ich hätte einen bekommen, wenn ich nicht ab gedrängelt worden wäre. So stand ich also in der Mitte. Viel gesehen hat man nicht von der Landschaft, da meist nur Berg oder Wald zu sehen war. Irgendwann kam die Schaffnerin und entwertete die Fahrkarten. Es war eine eigentümliche Aktion. Sie nahm einem die Karte aus der Hand, lochte sie und sagte in einem fast militärischen Ton "BITTE!", wobei man beinahe automatisch still stehen wollte. Dabei verzog sie keine Miene, was die Wirkung von dem Wörtchen "Bitte" nicht wirklich zu Entfaltung kommen lies.
Auf der Fahrt sah man viele Wanderer entlang der Gleise. Einige beim Aufstieg, einige beim Abstieg. Dort gab es schon regelrechte Menschenschlangen auf den Wegen. So dachte man sich schon "Oh, oh!", mir einer Vorstellung, wie es dort oben wohl aussehen könnte. Was soll ich sagen!? Man hatte Recht! Es war überfüllt und überlaufen. Es sah nicht aus wie ein schöner erholsamer Platz, sondern eher wie die Vorstufe zu Woodstock. Da das Wetter sehr schön war, saßen die Leute draußen auf Holzbänken dicht an dicht und tranken ihr Bier oder aßen ihre Suppe. Da sich bei uns auch so langsam ein Hungergefühl bemerkbar machte, entschlossen wir uns in den Brockenwirt zu gehen. Das Ambiente erinnert zwar mehr an eine Kantine, aber wir bekamen einen freien Tisch und es war noch relativ leer.
Wir bestellten uns Schnitzel und eine Tasse Kaffee. Noch als wir beim Essen waren, füllte es sich. Mit den Gästen, stieg auch der Lärmpegel. An den Damen-WCs bildeten sich Warteschlagen und die Abgründe menschlichen Verhaltens taten sich auf. Tja, wenn die Blase drückt, verfallen viele wieder in die Urinstinkte. So sah ich es aus der Ferne und unsere Damen berichten es auch. Auf dem Männer WC war es leerer, aber auch nicht besser. Die normalen WCs wurden von den "Stehpinklern" überrollt und so sah es dann auch aus. Als mehr und mehr Leute sich in den Mückenwirt hineindrängten, beschlossen wir auch zügiger unsere sieben Sachen zu packen und wieder an die frische Luft zu gehen. |
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